was wissen Sie über Ihr Qi? Kann es gut fließen? Ihnen Glück, Liebe, Geld bringen? Das Qi – gesprochen: tschi – ist die Energie, die in und um uns strömt. Und je besser wir dem Qi den Weg bahnen, desto besser kann es uns helfen. Das ist, grob
gesagt, der Kern des Feng Shui, jener fernöstlichen Lehre, nach der die Meister für jeden Menschen berechnen können, wie das Haus oder die Wohnung ausgerichtet sein sollte, welche Farben Wände und Möbel zieren, wo Schränke stehen und Spiegel
keinesfalls hängen dürfen, wo runde Elemente den Energie-Weg freimachen. „Wunderbar“-Redakteurin Nicole Biesinger hat sich gemeinsam mit einem Feng-Shui-Experten auf die
Suche nach dem Qi gemacht.
Übrigens: Auch wenn Sie nicht an Feng Shui, Qi und andere fernöstliche Wissenschaften glauben, kann Ihnen unser Titelthema auf dem Weg zum Glück weiterhelfen. Wir haben uns mit Innenarchitektur beschäftigt, damit, wie wir uns beim
Wohnen wohler fühlen. Und mal ehrlich: Je besser wir uns
fühlen, desto mehr Energie haben wir. Schöner wohnen
heißt sie also, die Devise. Egal, ob mit oder ohne Qi.
„Wunderbar“-Autor Olaf Lorch-Gerstenmeier schaut gern mal über den Tellerrand. Dabei zieht es ihn regelmäßig raus aus dem Ländle. Diesmal musste er jedoch nicht weit reisen, um ein Kleinod zu entdecken. In Rülzheim hat er eine Straußenfarm
besucht. Australische Vögel in der Pfalz? Ja, das funktioniert.
Wie es den wunderlichen Tieren in unseren Breitengraden
ergeht, beschreibt er in seiner Reportage – garniert mit
großartigen Fotos, die unserem Fotografen Sebastian Seibel
gelungen sind.
Alexander Huberth
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„Strahlung genauer dosieren“
Ein Allheilmittel gegen Krebs bietet auch die aktuellste Technologie nicht. Aber immerhin, die Anlagen neuester Generation besitzen eine Technik, die es möglich macht, Bestrahlungen zielgerichtet einzusetzen – und damit gleichzeitig die Nebenwirkungen zu reduzieren. Eines dieser Geräte steht in der Uni-Klinik Heidelberg, ein anderes in der trahlentherapiepraxis in Niefern. Wir haben mit Dr. Ulrich Thahlacker, Facharzt für Strahlentherapie, und dem Medizinphysiker Dr. Josef Hoen über die Möglichkeiten der neuen Anlage gesprochen.
von Kristin Bauer und Sebastian Seibel (Fotos)
Wunderbar: Sie haben Zuwachs bekommen, Herr Hoen und Herr Tahlacker. Was ist das denn für ein neues Gerät?
Hoen: Unsere Strahlentherapie-Praxis hat seit März ein neues Gerät, mit dem man Krebspatienten bestrahlen kann. Nur eine Handvoll Kliniken und Institute deutschlandweit haben die neue IMRT-gestützte (Anmerkung: englisch für Intensity-modulated Radiotherapy, deutsch: intensitätsmodulierte Strahlentherapie) Anlage. In Baden-Württemberg besitzt nur das Deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg die gleiche Maschine.
Thahlacker: Nun kann man auch auf dem flachen Land wie in Pforzheim und Umgebung diese Hightech nutzen. Man muss nicht nach Heidelberg ins Deutsche Krebsforschungsinstitut fahren, denn wir haben exakt das gleiche Gerät.
Wunderbar: Was ist das Besondere daran?
Thalacker: Das IMRT ist eine Kombination aus Computertomograf und Bestrahlungsgerät. Während der Patient auf dem Behandlungstisch liegt, durchleuchten ihn Röntgenstrahlen und liefern ein dreidimensionales Bild der betroffenen Körperteile, das wir Ärzte innerhalb weniger Minuten auf dem Bildschirm haben.
Hoen: Genau, und das Gerät besitzt ein automatisches Steuerungsprogramm, das den Behandlungstisch mit dem Patienten darauf in die perfekte Position manövriert. Das Gerät erkennt Veränderungen und Bewegungen des Gewebes und passt die Strahlung dann darauf an. Innerhalb von vier bis fünf Minuten kann der Patient den Tisch wieder verlassen.
Wunderbar: Wie sieht ein typischer Vorgang aus?
Thalacker: Ein Beispiel: Eine Brustkrebspatientin kommt nach einer Operation zu uns. Das heißt, ihr behandelnder Arzt im Krankenhaus hat eine Strahlentherapie angeordnet. Wir sichten dann alle Akten und Bilder, checken vor Ort nochmal alles. Aufgrund dieser ganzen Daten entscheide ich als Arzt dann, welche Stellen eine hohe Dosis Strahlung brauchen, welche geschützt werden müssen. Es wird also nicht mehr eine über das gesamte Bestrahlungsfeld gleichmäßige Dosisverteilung gewählt, sondern das Feld wird in viele kleine Teilbereiche zerlegt, die mit jeweils unterschiedlicher Intensität und damit Dosis bestrahlt werden.
Hoen: Diese Daten bekommen dann Medizinphysiker wie ich und übertragen sie mittels eines Computerprogramms in die Sprache des Strahlengeräts. So können wir genau bestimmen, wo viel, wo wenig und wo gar keine Strahlen hinkommen sollen. Für die Patienten bedeutet das, dass sich die Heilungschance erhöht, während unerwünschte Nebenwirkungen der Bestrahlung durch Komplikationen am gesunden Gewebe seltener sind.
Wunderbar: Und was merkt der Patient davon?
Thalacker: Von den Strahlen an sich merkt er gar nichts. Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht, und innerhalb weniger Minuten ist die Prozedur vorbei. In der Regel bedarf es an die 30 Behandlungen, die wir an aufeinander folgenden Tagen an einem Stück durchführen. Es kann zu leichten Rötungen an der Haut kommen, aber auch das nur selten und nicht schlimm.
Hoen: Der Patient merkt vor allen Dingen, dass es ihm besser geht. Denn die neue Methode ist treffsicherer und effizienter. Die Heilungschancen sind damit erheblich besser.
Thalacker: Wichtig ist, dass sich die Patienten während der Bestrahlung keinen Millimeter bewegen. Die Strahlen sind auf 0,5 Millimeter genau. Wenn es einen da mal nur an der Nase kitzelt und man eine ungewollte aber reflexartige Bewegung machen würde, wäre das fatal. Darum haben wir spezielle Masken, die zum Beispiel Kopf- und Oberkörperbereich fixieren.
Info
Die ambulante Strahlentherapie-Praxis gibt es seit April 2003. Sie wird gemeinsam von Dr. Ulrich Thalacker, Facharzt für Strahlentherapie, und seinen beiden Kollegen Dr. Ingrid Billing und Viktor Thiessen geleitet.
Kliniken aus Pforzheim und dem Enzkreis verweisen ihre Patienten bei Bedarf an die Gemeinschaftspraxis, die in einem Gebäude der ISP GmbH untergebracht ist,
deren Geschäftsführer
der Strahlenphysiker
Josef Hoen ist.
Pforzheimer Straße 48
75233 Niefern-Öschelbronn
Telefon (0 72 33) 94 32 40
www.strahlentherapie-pforzheim.de